Autor: Robert Petrič
Lektor: Thomas Langer
Triglav, das Venetische
Symbol der Dreieinigkeit
Triglav

Die Tatsache, daß in vielen Studien für europäische Vor- und Frühgeschichte fast gar kein Platz für die Erforschungen des Volkes der "Veneti" oder "Veneter" existiert, gibt uns viele Fragen auf. Fragen, auf welche wir berechtigt logische Antworten erwarten. Warum wurden diese Forschungen vernachlässigt? Was für ein Volk waren die Veneter eigentlich? Welche Orte besiedelten sie? Ist es möglich, daß die Veneter wirklich Vorfahren der heutigen Slowenen waren, wie es einige Forscher behaupten, oder waren sie Vorgänger eines anderen Sprachraumes? Im folgenden Aufsatz und im vorbereiteten Artikel "Die Veneter, wo sind sie verloren gegangen" werden wir versuchen, konkrete Antworten zu geben.

Als ich vor einiger Zeit von meinem Mitarbeiter das Buch „Unsere Vorfahren – die Veneter“ in die Hände bekam, schüttelte ich nur mit dem Kopf und meinte schon im Voraus zu wissen : „Von wegen Veneter, es sind die Slawen, die unsere (slowenische) Vorfahren waren!“ Sicherlich war ich nicht der Einzige, der damals so reagierte. Der Grund für diese überstürzte Bemerkung lag aber darin, dass mir über die Veneter (Wenden) eigentlich nichts bekannt war. Und dazu war auch noch der Inhalt des Buches ganz anders, als es ich mir vorgestellt hatte. Voller Stolz und mit dem festen Willen, meine Überzeugung bestätigt zu bekommen, begann ich Bücher zu lesen. Dabei wurde mir sehr bald klar, dass ich, um meinen Denkhorizont zu erweitern, viel mehr logisch und vorurteilslos denken muss.


WARUM VENETER

In den Grundschulen wird manchmal gelehrt, daß neben den Illyrern und Kelten auch die Veneter einst viele Gebiete des heutigen Sloweniens und überhaupt Europas besiedelten. Es wird aber nicht vollends erwähnt, daß die Veneter unter anderen auch in der Bretagne (Frankreich), im weiträumigen Norden Europas, in Paphlagonien, dem südlichen Küstengebiet des Schwarzen Meeres (Kleinasien, gegenwärtige Türkei) und im Illyricum (Balkan) lebten. Trotzdem werden aber von den Historikern heute diese Veneter nicht als einheitliches Volk bezeichnet. Ein Grund liegt darin, dass die verschiedenen geschichtlichen Namenformen nicht in Zusammenhang gebracht werden. So kann auch das ursprüngliche Siedlungsgebiet dieses Volkes nicht richtig lokalisiert werden. Man erliegt dem Eindruck, daß der Volksname der Veneter vernachlässigt wird. Es sind die Griechen, Kelten, Etrusker, Römer, Illyrer, Germanen, welche immer wieder erwähnt werden. Obwohl die Veneter deutlich erfassbar sind. Manche Wissenschaftler gehen sogar so weit in ihren Behauptungen, daß die Veneter nur mythologische Völker waren!
Entspricht dies der Wahrheit? Woher kommen dann jene zahlreichen Namen, die auf eine ausgedehnte Besiedlung der Veneter in Europa hinweisen, wie z. B. Wenden, Winden, Eneter, Heneter, usw.? Wo liegt der Grund, daß sie wissenschaftlich unbeachtet bleiben, und trotz zahlreicher Beweise für ihre Existenz noch immer ein "mysteriöses" Volk bilden?
Sie haben uns unter anderem zahlreiche Inschriften hinterlassen. Schauen wir erst einmal nach, wo das "Geheimnis" ihres Schrifttums liegt.

Reisender Venete
(Pa 1 LLV, Museo
Civico di Padova
)
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VENETISCHE INSCHRIFTEN

Wussten Sie, dass die Veneter schreibkundig waren, dass sie meistens von rechts nach links schrieben, also entgegengesetzt wie heutzutage in Europa ?
Haben sie schon einmal ihre Schrift gesehen? Solche Fragen scheinen auf dem ersten Blick völlig überzogen zu sein, denn wer könnte sie schon bejahen ? Denn wer brachte uns mit dieser Schrift zusammen?
Nun, die Veneter haben uns viele Inschriften hinterlassen. Das Merkwürdige daran ist aber, dass auch geachtete Wissenschaftler, die bis heute entdeckten Inschriften nicht einmal gründlich aufzählen wollen. Deswegen kommt vor, dass selbst in und derselben Quelle (z. B. in der Encyclopaedia Britannica) gegensätzliche Angaben zu finden sind.
Aber Vorsicht! Bevor Sie sich entscheiden, welchen Daten sie Glauben schenken, nämlich von etwa 200 bis zu über 400 Inschriften, sollten Sie wissen, was man überhaupt als venetisch bezeichnen kann. Um die Wahrheit zu sagen, es ist manchmal gar nicht so eindeutig zu bestimmen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die vorrömischen Völker Europas benutzten mehr oder weniger die gleiche Schrift. Selbst die germanische Runenschrift entstammt der venetischen oder etruskischen Schrift (das ist von der offiziellen Geschichtsschreibung bestätigt!) ... So können wir von 400 bis auf mehrere tausend venetische Inschriften sprechen, es hängt alles nur von der Deutung ab!
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Venetische Buchstabenschrift aus dem Adriatischen Gebiet

DAS KULTURERBE

Fast jeder kennt die archäologischen Funde aus den Alpengebiet, welche von den Archäologen (mit Hilfe der Historiker) immer wieder als Keltisch bezeichnet werden. Gibt es aber auch venetisches Fundgut?

 

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Was wäre, wenn man behauptet, dass nicht alle archäologischen Funde keltisch sind, die als keltisch propagiert werden? Was wäre, wenn nicht alles, was im Erdreich gefunden, sofort bedingungslos geschichtlich eingegliedert wird? Wenn ein differenzialeres Untersuchungsbild ergeben würde, dass nicht jeder keltisch vermutete Fund auch diesem alten Volk zugute kommt?
Vielen Menschen ist schon mehr oder weniger bekannt, das die Kelten in Mitteleuropa größtenteils nur vorübergehende Bewohner waren (ähnlich wie Nomaden). Wieso werden dann die meisten Funde als keltisch bezeichnet? Könnte es nicht genauso gut sein, dass es sich dabei gar nicht um keltische, sondern um venetische Funde handelt? Sicherlich haben sich die Kelten in ihren Ausbreitungsgebieten wenigstens sprachlich assimiliert. Für die von uns heute fassbaren antiken Überlieferung beginnt die niedergeschriebene Geschichte Europas mit Kelten und Skythen. Aber sprechen die besagten Funde auch diese Sprache?
Könnte der Grund dieser Funde nicht ein damals schon sehr schwunghaft funktionierender Handel sein? Nehmen wir an, wir schreiben das Jahr 4000 u. Z. und wir analysieren archäologisch ein modernes Handelsprodukt aus dem Jahr 2000 u. Z. – das Automobil. Die Erkenntnisse dieser Forschungen könnten uns mit absoluter Sicherheit aufzeigen, das die Bevölkerung auf dem heutigen Gebiet Sloweniens größtenteils aus Franzosen bestand (23 % - Renault, Citroën und Peugeot). Dazu käme eine Beimischung von 20 % Deutscher (VW, Opel ... ), gefolgt von 16 % einem fernöstlichen Einsprengsel (Toyota, Honda, Mazda ... ), 12 % Serben (Zastava), 8 % Italiener (Fiat, Alfa) und 6 % Tschechen (Škoda). Die Franzosen wären auch noch als autochthon fassbar (eine große Renault Fabrik in Novo mesto), wogegen die Italiener eine der reichsten und mächtigsten Bevölkerungsschichten zu sein schienen (Lamborghini, Ferrari).
Wir sollten auch die Slowenen nicht vergessen. Dieses Volk war durch die Wohnwagenfabrik Adria nachzuweisen, lebten jedoch noch sehr primitiv (ohne die Verwendung von modernen Maschinen) und schleppten sich in den Sommerferien immer wieder hinter den Anderen her (meistens hinter Renaults, VWs und Opels).
Alles Unsinn !! – Alles Unsinn ??


Darstellungen der Venetischen Sitten auf den Situlen
(Situla Benvenutti - Museo Nazionale Atestino,
und Situla aus Vače - Slowenisches Nazionales Museum)

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So, wie uns das Beispiel mit den Autos an den Haaren herbeigezogen erscheint, so kommt mir das Argument der offiziellen Wissenschaft über die späteren Siedlungen der Slawen vor. Manche Historiker behaupten, dass die Ruinen der christlichen Kirchen, die vor das 6. Jahrhundert datiert werden*, eindeutig auf spätere slawische Siedlungen in diesem Raum hinweisen. Wir wissen aber, daß die meisten Slawen erst seit dem 8. Jahrhundert christianisiert wurden. Das ergibt doch keinen Sinn, oder? Es scheint, daß wir getrost an einigen geltenden Theorien zweifeln können. Oder besser gesagt, wir können unsere Thesen gleichberechtigt in den Raum stellen. – Aber wie antworten diese Gelehrten auf unsere Kritik? Sie verlieren sich meistens noch tiefer in ihren diplomatisch ausgedrückten und unüberzeugenden Feststellungen.

 

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*Die 8 ruinen der christlichen Kirchen in Slowenien waren nach Franz Glaser (Frühes Christentum im Alpenraum) keine Zufluchtsorte der Christen, sondern nur römische Stützpunkte mit angeschlossene Kolonien. Die Christianisierung könnte so keine nazional isolierte Tat sein, sondern womöglich eine allgemeine Tendenz.

Venetischer Kavallerist
auf der Rückseite des Slowenischen Personalausweises

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Auch wenn es dem Einen oder Anderen merkwürdig vorkommt, das Kulturerbe Europas ist noch immer ziemlich unerforscht. Gewiß haben sich die Veneter als ein weit verbreitetes Volk auch in verschiedene kulturelle Richtungen weiterentwickelt. Sie werden immer wieder mit der Lausitzer Kultur, der Kultur der Band - und Schnurkeramiker und mit der Hallstattkultur in Verbindung gebracht (in der östlichen Schweiz wird die dortige Ausgestaltung der Schnurkeramik als Vinelzer Stil bezeichnet). Leider erwähnt man in verschiedenen Studien diese Verbindungen zu oft nur als „indirekt“. Die meisten vorrömischen Funde werden eben mit den Kelten in Verbindung gebracht. Sicherlich konnten die Kelten in allen Ecken und Enden Europas zu finden sein, jedoch nie die gesamte Bevölkerungszahl des Kontinentes ausmachen. Diese „keltischen“ Beziehungen der frühzeitlichen Völker verweist dann natürlich auf einen schon damals sehr lebendigen Handel, oder vielleicht auf eine falsche Interpretation der Archäologie.
Auf jeden Fall können wir die Veneter mit der Urnenfelderkultur, mit der Kunst der Situlen (rituelle bronzezeitliche Gefäße) und über den Umgang mit Pferden identifizieren. Wir wissen von zahlreichen Pferdeabbildungen (noch heute sehen wir eine Abbildung eines venetischen Kavalleristen auf der Rückseiten der Slowenischen Personalausweise!). Die Mehrzahl der Gelehrten versucht sich in der Erforschung der uns bekanntesten altertümlichen Kulturen vornehmlich über die Gebiete der alten Philosophie, der damals praktizierten Wissenschaften, die verschiedenen Architekturen, über die Mythologie ... und so weiter und so fort!
Doch wie viele Wissenschaftler kennen Sie, die alte Agrarkulturen und ihre überlieferten Sitten systematisch untersuchen? Die alten Bauernregeln, die Zeit des Sähens und Bestellens und Erntens, ja die gesamte heute bäuerliche Kultur fußt auf uralte Erkenntnisse – von wem? Denn Ackerbau und Viehzucht war gerade das, womit sich die Menschen in Zeiten de Friedens am meisten beschäftigt haben. Besonders im Alpengebiet, wo man für die Erträge der Landwirtschaft immer schwer arbeiten mußte (die Philosophie an sich ist den Bergbauern noch heute fremd ...).
Albrecht Dürer: Una Villana vindisch
(British Museum, London)

Una villana vindisch

Wir sollten auch eine seltene Eigenschaft der Veneter, nähmlich den Respekt vor Frauen, nicht übersehen. Die Frauen genossen unvergleichlich mehr Rechte im täglichen Leben, als dies in anderen europäischen Kulturen der Fall war (umso mehr war dies bei den Kulturen des nahen Ostens ein sehr schwieriges Thema). Im Sachsenspiegel lesen wir: "Man sag(t), dasz alle Wendinen vri (frei) sind". Da muß man sicherlich nicht besonders hervorheben, daß solche Praktiken damals ein wenig seltsam waren ... Dieser Sinn von Freiheit hat aber wahrscheinlich die Geburtenrate der Wendinen so gedämpft, daß das Schrumpfen der Wendischen Siedlungsgebiete vorprogrammiert war. In vielen Chroniken lesen wir, daß die Veneter wegen ihrer Gastfreundschaft, Einfachheit und ihrem Respekt vor Menschenrechten bekannt waren (mit ein Paar "Vandalischen" Ausnahmen). Irgendwie haben sie, so wie die Griechen (nur wirksamer und mit weniger Lärm) schon vor Jahrtausenden die Demokratie gelebt. Leider hat diese edle Eigenschaft schlecht der Bewahrung ihrer Kultur gedient.
Vierköpfiger Svantevid
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RELIGION UND MYTHOLOGIE

Und was ist mit der Mythologie? Wir wissen, daß die Veneter viele Gottheiten verehrten, die sie mit verschiedenen Namen versahen. Viele enziklopädische Quellen deuten an, es gerade ihr heidnischer (lat. paganus: landwitschaftlicher) Glaube war, der die Übernahme der Lehren über Dreieinigkeit, unsterbliche Seele, Übernahme des Kultes der heiligen Maria und des Kruzifix-Symboles* in die römisch-katolische Kirche beeinflußte. In der Wissenschaft wird nur erwähnt, dass diese babylonischen Lehren zu uns kamen, aber nicht, auf welchen Wegen. Wer waren diese Kulturträger? Wie sind diese Lehren zuuns gekommen?
Es finden sich in Europa viele Reste von drei-einigen Gottheiten. Auch der Name des höchsten Berges Sloweniens, Triglav (slowenisch: Dreikopf) kommt wahrscheinlich nicht aus den buchstäblich drei Spitzen, sondern ist nur eine symbolische Bezeichnung für einen alten Tempel, der einst am Fuße des Berges stand. Und in Europa wimmelt es nur von solchen Namen. Friedrich II. von Preußen äußerte sich zu der Frage der heidnischen Mythologie im Abschnitt „Die Religion zur Zeit des Heidentums” in den „Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg": „Jede Gegend besaß ihren eigenen Gott. Die Vandalen [Vandalen= Wenden in Brandenburg] einen, der Triglaw hieß. Man findet noch [immer] eine Darstellung von ihm auf dem Harlungsberg bei Brandenburg. Er hatte drei Köpfe [wie die römisch-katholische Dreieinigkeit], die seine Herrschaft über Himmel, Erde und Unterwelt versinnbildlichten." Ähnliche Triade (diesmal im Mesopotamien) ist in der Larousse Encyclopedia of Mythology zu finden: "Das Universum war in drei Gebiete verteilt, über jedem von dem herrschte ein Gott. Der Himmel war Anu's Teil. Die Erde bekamm Enlil. Ea wurde der Herrscher von Gewässer. Zusammen bildeten sie die Triade der grosen Gottheit"
Auch in antiken Inschriften aus dem Alpengebiet finden wir viele Namen wie z. B. Trumuskat, Tribuzijat, Trumuzijat (slowenisch: Dreimänner, Dreigötter). Mehrere Inschriften zeigen auf die Verehrung der Gottheit Reitiia. Es ist bekannt, daß auch die Götter Belin und Svantevid oder Svetovid verehrt wurden. Man kann nicht ausschließen, daß die Kirchen, die dem Sankt Veid geheiligt sind, ausgerechnet auf heidnische Tempel dieser Gottheit gebaut wurden. Es steht fest, daß die Katedhrale im Prag, den St. Veit ("Svaty Vit", siehe Foto), gerade wegen der Umstellung von Ehrung des Svantevid's, gewidmet wurde. Lesen Sie mehr ...

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Gott Belin auf
einer Münze
Svaty vid

Die St. Vitus Katedrale
(Svaty Vit) in Prag


*The New Encyclopædia Britannica (Micropædia, 1976, Zv. X, str. 126); New Catholic Encyclopedia (1967, Zv. XIV, str. 299); Encyclopedia Americana (1956, Zv. XXVII, str. 294L)
New Catholic Encyclopedia (1967, Zv. XIII, str. 452, 454); Presbyterian life, 1. maj 1970, str. 35)
Andrew Greeley, The making of the Popes 1978, ZDA 1979; str.227, E. O. James, The Cult of the Mother-Goddes, New York 1959, str. 207

G. S. Tyack, The Cross in Ritual, Architecture, and Art, London 1904, str. 226; The Companion Bible, Dodatek št. 162; The Non-Christian Cross, str. 133-141.

#Collegiate of Montréal, France; Museo Bardini, Florence, Italy; Musée des Beaux-Arts de Troyes, France; Church of Tagnon, France ...


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Die Gestalt der dreieinigen Gottheit,
Orvieto, Italien, 6. Jh.
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Der dreiköpfige
Ausgus, Kärnten

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Museo Bardini, Florenz,
Italien, 15. Jh

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Norwegen, 13. Jh.

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Kirche von Tagnon,
Frankreich, 14. Jh.

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Collegiate of Montréal,
Frankreich


In letzter Zeit haben Archäologen zahlreiche prächtige Tempel auf den Gebieten Ostdeutschlands, Tschechiens, Slowakiens und Österreichs entdeckt. Es wird angenommen, dass diese Funde älter als das weltbekannte Stonehenge und die ägyptischen Pyramiden sind, somit auf eine viel ältere europäische Zivilisation deuten. Ging diese Zivilisation in den späteren Kulturen irgendwie auf? Können wir sie vielleicht mit den Venetern in Verbindung bringen?

Goldhorn, das mythische Symbol,
bekannt auf dem weiträumigen
Gebiet der Venetischen Alpen

Zlatorog - Goldhorn

DIE ZEUGNISE DER ALTEN ORTSNAMEN (TOPONYMEN)

Julische Alpen wurden einmal Venetische Alpen genannt.
(Ammian Marcelino: "alpium juliarum, quas venetas appellabant antiquitas".)

Špik, (Julische) Venetische Alpen
Špik


Die benachbarten Dolomiten wurden von den Römischen Soldaten als Venetische Berge bezeichnet,
sowie in Antike auch die Karpaten genannt wurden.

Die Dolomiten -
Venetische Berge

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Karpatische Wanderwege in
den Venetischen Bergen
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Das ostdeutsche Gebirge hieß einmal Venetisches Gebirge. Die Hohen Tauern (Österreich) nannte man Windische Berge (Montes Veneti), ihr westlicher Teil trägt noch heute den Namen Venediger Gruppe, mit der höchsten Spitze Grossvenediger.

Venediger Gruppe,
Grossvenediger
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Die Stadt Venedig und die Region Veneto bekamen ihre Namen von Veneti.

Venedig - Venezia
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Vindobona war der Name für das heutiges Wien. (Tschechischer Name ist Viden).

Römisches Lager, Vindobona
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In der Schweiz findet man neben Bezeichnungen wie Wen(e)denstock, Wendenwasser, Wendenalm, Wendengletscher usw. nach den Wenden oder Veneter auch die Gegend Windisch benannt. In römischen Zeiten war hier ein Stützpunkt der Soldaten, lateinisch Vindonissa genannt.

Vindonissa - Windisch
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Der obere Teil des Bodensees hieß einmal Venetischer See (Lacus Venetus). So bennante es Pomponius Mela.
(Pomponius Mela, De Corographia III, 24- 44 cca 44 v. u. Z.)

Bodensee - Venetisches See
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Die deutschen Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wurden als Wendische Länder bezeichnet (W(i)endland, lat. Vindelicia). Alte Hansestädte (z. B. Lübeck) findet man in latinischen Quellen als "urbs sclavica" bezeicnet, auf hanseatischen Karten als »urbs vandalica« (wendische).

 

Brandenburg und Mecklenburg, beide ehemalige Wendische Länder;
Bayern, Wendisches Land,lateinisch Vindelicia


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Bis zum 15. Jahrhundert wurde das Land zwischen Elbe und Weichsel, welches Chronisten zuvor als Sclavania gekennzeichnet hatten, als Vandalia oder Wendenland bezeichnet. (Z. B. Geographische Karte von Claudius Clavus, Florenz 1467).

Sachsen, Wendenland
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Nicht lange vor dem hieß Pommern Wandalien, wobei das benachbarte Land der baltischen Slawen manchmal von Skandinaviern Vindland benannt wurde. (Olaf Trygveson, Sage vom ersten Norwegischen König).
Pommern, Wandalia, Wendisches Land
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Das Baltische Meer war das Venetische Meer (Venedos kolpos, Wendile mare), wir kennen außerdem auch die Venetische Bucht in der Adria. Finnisch Venäjä, Estnisch Venemaa bedeutet Russland, venäläinen benennt ähnlich wie im Estnischen venelane und im Altpreußischen vena (aus wenidiz oder wenediz) die Russen und ihre Sprache.

Baltisches Meer – Venetisches Meer
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Venetisches Gebiet war einst die Französiche Bretagne, es lag an der damaligen Venetischen Bucht, bei der Insel Vindilis. Für die dortigen Veneter gibt es historische Bezeugungen, daß sie gute Handelsverbindungen mit der britischen Venedotien unterhielten (heute Gwynedd).

In der Bretagne lebten einst die Veneter
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Das heutige Andalusien, ein Teil Spaniens, hat sehr wahrscheinlich seinen Namen von den Wandalen oder Wenden bekommen. Auf der Karte von Anville, aus dem Jahr 1761, ist der name Vandalitia deutlich zu erkennen. Die Gebirgsgegend, auch als Granada bekannt, erscheint in der alten form Agarnata (Kar, Kor, Gor, Gar sind übliche Bezeichnungen der Gebirge im mitteleuropäischen Raum).

Vandalitia, jetzt Andalusien
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Slowenisches Land zwischen den Flüssen Mur und Raabe nannte man Vendisches Land (Vendség). Die Bewohner, die slowenisch sprachen, wurden aber als Venden bezeichnet (lateinisch Vandalen).

Vendische Landschaft in Ungarn
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Nicht zuletzt wurde im Jahr 631 in den Ostalpen das Land der Vineder oder Wenden (Marca Vinedorum) erwähnt. Noch zu Zeiten von Kaiser Josef I. wurde ein Teil Sloweniens als Windische Mark bezeichnet.

Slowenien, das Land der Vineden oder Veneter
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Es gibt aber noch unzählige andere Ortsnamen (Veneto, Wenden, Winden ...), welche in den ausgedehnten Gebieten Europas vorkommen und zumindest auf die Verbindungen zwischen frühen Völkern durch die erwähnten Gebietsnamen hindeuten. Mehr ...

 

HISTORISCHE ERWÄHNUNGEN DER VENETER

Homer (9. Jh. v. u. Z.) nannte die Paphlagonische Veneter in der Iliade[1] Enetoi (das Griechisch kannte keinen Buchstaben v).Herodotus, Historiker (5. Jh. v. u. Z.), beschrieb die illyrischen Veneter, sowie die Veneter am Unterlauf der Donau und im nordadriatischen Gebiet.[2]
Polibius (2. Jh. v. u. Z.) hat in der Beschreibung der Ereignisse zwischen 219 und 146 v. u. Z., überliefert: "Das Land bis zur Adriaküste wird von einem anderen, sehr altem, Volk, mit dem Namen Veneti beherrscht /.../ Sie sprechen eine andere Sprache als die Kelten, sind jedoch von denen nicht zu unterscheiden, was ihre Sitten und Kleidung betrifft /.../ Die Veneter und Gonomaner wurden aber von römischen Abgeordneten überredet, sich Rom anzuschließen."[3]
Demetrius of Scepsis, grammarian, archeologist (2nd century B. C.), mentions the capital of the Veneti (Enea) in Troas (Asia Minor).[4]

Strabo, Geograph, Historiker (1. Jh. v. u. Z.), kannte die (V)eneter in Paphlagonien als den wichtigsten Stamm, der sich nach dem Fall von Troia (Kleinasien) nach Thrakien auf den Weg machte.[5]
Julius Caesar, Feldherr und Historiker (1. Jh. v. u. Z.,), berichtete über die bretonischen Veneter (Armorik).[6]
Titus Livy, Historiker (1. Jh. v. u. Z.), beschrieb, wie die von den troianischen Kämpfen ermüdeten Veneter bis zum nordadrianischen Gebiet kamen, wobei er auch den Fluß Timava erwähnte (slowenisch bedeutet Ti(e)ma Dunkelheit, und der Fluß Timava fließt auch wirklich in der Finsternis der Škocjan Höhlen).[7]
Pliny (1. Jh. v. u. Z.) schrieb über das ausgedehnte Land Eningien, welches von Sarmaten, Veneden, Skiren ... bewohnt war. Er erwähnte dazu auch noch die Venetulaner in Mittelitalien.[8]
Cornelius Tacitus, Historiker (1. Jh.), ordnete die Veneter an die östlichen Grenzen Suebiens, zusammen mit Sarmaten, Peucinen und Fennen, ein.[9]
Ptolomäus, Geograph (2. Jh.), erwähnte sehr große Völker - die Veneder auf der gesamten Küstenlinie der Venetischen Bucht (Baltisches Meer).[10]
Caesar Julianus (4. Jh.) bezeugte Veneter, die damals in der Umgebung von Aquilea wohnten (Italien).[11]
Jordanes, Historiker (6. Jh.), schrieb in "De origine actibusce Getarum": "Links von diesen (Gepiden), wo die Grenze nordwärts geht, von den Quellen der Vistula ab über ungeheure Strecken hin, sitzt das Volk der Veneter. Mögen auch ihre Benennungen wechseln / .../ die hauptsächlichen Namen sind doch die der Sklaven und Anten."[12]
Ionae Bobbiensis (7. Jh.) schrieb in seiner Vitae sanctorum Columbani:[13] "Einmal kam es ihm auch in den Sinn, nach dem Lande der Wenden (das Alpengebiet), die man auch Sklaven nennt, zu ziehen". ("termini Venetorum qui et Sclavi dicuntur".)
Fredegarius Scholasticus, Chronist (7.Jh.), schrieb in der Historia francorum: „Im 40. Jahr verband sich ein gewisser Samo ... zu den Sklaven, die man Wineder nennt".[14]
Adam von Bremen, Chronist (11. Jh.), schrieb in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum (et Scholast): "Sklavanien also, eine sehr ausgedehnte Landschaft Germaniens, wird von den Winulern bewohnt, welche einst Wandalen hießen. Es soll zehnmal so groß sein wie unser Sachsen, zumal wenn man Böhmen und die jenseits der Oder wohnenden Polanen, da sie weder im Äußeren, noch in der Sprache von jenen sich unterscheiden, mit zu Sklavanien rechnet".[15]
Im Jahre 1128 wurde der dänische König Knut Laward zum König der Wenden gekrönt. Dieser Titel in lateinischer Sprache wird heute noch als "König der Vandalen" geführt. Im Dom von Roskilde finden sich Grabplatten, die den Titel sämtlicher dänischer Könige bis einschließlich Frederik (1972) "König von Dänemark, Wenden und Gothen" tragen.
Helmoldi, Historiker (12. Jh.), schrieb: "Wo also Polen endet, kommt man zu einem sehr ausgedehnten sklavischen Lande, nämlich zu denen, die vor alters Vandalen, jetzt aber Wenden oder Winuler genannt werden."[16]
Wincenty Kadłubek / Vincent Kadlubek, Historiker (12. Jh.), sagte, daß die Polen manchmal Vandalen genannt wurden.[17]
Heimskringla, die Kronik der norwegischer Könige (12. Jh.) steht geschrieben, daß Schwarzes Meer "drei Teilen Erdoberfläche trennt, von denen sich der östliche Teil Asien nennt, der westliche Teil aber manche Europa und die anderen Enea nennen."[18]
Miersuae Chronicon (13. Jh.) setzte die Vandalen mit den Slawen gleich.[19]
Albert Crantz, Historiker (15. Jh.), schrieb: "Auch hieraus fühlen wir uns berechtigt, daß wir von Polen, Böhmen, Dalmatinern und Istrien als einem Volke lehren, welches unsere Vorfahren Sclavones, die Alten mit dem eigentlichen Namen Wandalen genannt haben". Und: "Warum wolte man sich aber des Wendischen ursprungs schemen /.../ da doch dieser völcker vorfahren so mechtige thaten in Franckreich /.../ Hispanien un Africa verrichtet".[20]
Marcin Bielski (16. Jh.) sagte, daß die Slawen einst Wandalen benannt wurden.[21]
Der Pommerscher Chronist Thomas Kantzow (1505-1542) schreibt: "Dan Slaui und Wandali ist ein Dinck / .../ gleich wie die Teutzschen werden oft on Unterschied geheissen Germani, Teuthones, Alemanni."[22]
Christophorum Entzelt von Saluelt (16. Jh.) beschrieb, wie lange die Wenden schon „in ostelbischen Landen ansässig" sind. Die Veneter wurden darin als „Sclauen" bezeichnet.[23]
Sebastian Münster, Kartograph (16. Jh.), schrieb in seiner "Cosmographia universalis" folgendes: "Vandalen, wo man jetzt Wenden nennt, haben vorzeitig gewohnt bei dem Mittnächtigen Meer (Ostsee) und sind ganz mächtig gewesen, aber nachmals sind sie von den Sachsen gedempt worden und zu einem guten Teil hinder sich vom Meer getrieben, wie sie dann noch ein Ländlein innehaben - und die Wenden genannt werden". Im Originaltext lesen wir auch: "Mecklenburg-Pommern-Preussen: jtem Brandenburg und was dem Polenland zugelegen, alles Wandali geheißen und ihre Einwohner haben auch Sclaven oder Wenden geheißen."[24]
Antol Vramec, Chronist (16. Jh.), berichtete in seiner Chronik für das Jahr 928: "Heneter die sich Slouenen nennen wurden damals in Deutschland ermordet."[25]
Adam Bohorič, Sprachforscher (16. Jh.), stellte die Heneter, Vene(d)ter, Winden, Vandalen in Slawen als ein Volk vor.[26]
Mavro Orbin (16. Jh.) ordnete die Veneter, Wenden, Vandale, Illyrer, Sarmaten u.a. als Slawen ein.[27]
Die „Chronik der Mark Brandenburg" (16. Jh.) verwies ausdrücklich auf die großen Vorfahren der Wenden, die "Rom et Carthaginem" erobert hätten und auf ihren König Genserich, den König der Vandalen.[28]
Johann Weichard Freiherr von Valvasor, Historiker und Geograph (1689), schreibte: "Wenden und Sclaven seynd ein Volk, Wandalen und Wenden einerley Nation".[29]
V. N. Tatiščev (17.-18. Jh.) ordnete die Heneter den Slawen zu, als Vandalischer beziehungsweise Wendischer Staat, erwähnte er somit den ersten bekannten slawischen Staat.[30]
A. L. Schlözer, Historiker (18. Jh.), begründete die These, daß die Slawen aus Illyrer und Veneter stammen.[31]
Vasilij Trediakovski (18. Jh.) war der Meinung, daß die Dalmatiner, Serben, Bolgaren, usw. eigentlich Vandalen waren.[32]
Davorin Trstenjak (19. Jh.) schrieb über altertümlichen adriatischen Veneter, die aus der windisch-slawischen Familie stammten. Er hob auch ihre Verwandschaft mit den baltischen Veneden hervor.[33]
In Helmolts Weltgeschichte (ende 19. Jh.) wird angedeutet, daß die Veneter, Wenden und Winden eigentlich die Vohrfahren der Slowenen waren, und daß sie die alten Römischen Provinzen Vindelitia, Raetia, Noricum, und Pannonia, Dalmatia besiedelten.[34]

 
DER SCHLUß
Es gibt also zahlreiche Erwähnungen der Veneter. Viele Autoren verbinden ihre Namensauslegungen sehr deutlich und konsequent. Der Ehrlichkeit zuliebe sollten wir aber auch nicht vergessen, daß es sich in der hier aufgezählten Registrierung oft um Autoren handelt, die ihre Forschungen als Hobby betrieben, nicht unbedingt dem »schulwissenschaftlichen Geist« entspringen. Immerhin kann man annähernd die Ausbreitung der Venetischen Kultur aus ihren Beschreibungen verfolgen. Eine Ausbreitung, die sich sehr gut auf einer Karte mit Venetischen Erwähnungen darstellen läßt. Die Karte umfasst diese Erwähnungen in einem größeren Zeitraum (von 9. Jh. v. u. Z. bis 9. Jh. n. u. Z.), und will keine ethnisch reine Gebiete andeuten. Sie dient nur als Hilfe bei der Auffindung und Erklärung verschiedener unbeantworteter Fragen über die kultur-sprachlichen Ähnlichkeiten zwischen den gegenwärtigen europäischen Völkern.


 

Veneti - Karte

Historische Erwähnungen der Veneter

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Die Veneter um 1000 v. u. Z.

ÜBERLEGUNG

 

Veneter haben also existiert. Wie man aber aus den Berichten erkennen kann, wurden sie von Historikern und Chronisten mit Slawen gleichgesetzt. Waren aber die Veneter in Wirklichkeit die Vorfahren der Slawen, bzw. der Slowenen? Darüber wird der Artikel "Die Veneter, wo sind sie verloren gegangen" sprechen.

 

 

 

 

[1] Iliade, 851.

 

[2] Herodotus, History vol. 7 / G B Pellegrini, A L Prosdocimi, La lingua venetica, Padova 1967, V, 9.

 

[3] Polibius, Obča zgodovina, Državna založba Slovenije, Ljubljana 1964, str. 88; S. 92.

 

[4] On the Martialling of the Trojan Forces.

 

[5] Strabo, Geografia.

 

[6] De Bello Gallico.

 

[7] Titus Livius, History of Rome, Loeb Classic Library, William Heinemann, London, Harvard University Press, Cambridge, Mass., 1933 / Titi Livi, Ab Vrbe condita, liber I, http://www.thelatinlibrary.com/liv.html.

 

[8] Historia naturalis, Liber IV: 96-97.

 

[9] Cornelius Tacitus, De origine et situ Germaorum liber (Germania), 64.

 

[10] Ptolomäus, De Geographia, III 5. 21.

 

[11] The Works of Emperor Julian, Engl. transl. Wilmer Cave Wright, I. vol., Loeb Classical Library, William Heinemann , Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1954, The Heroic Deeds of Constantius, S. 190- 193.

 

[12] Iordanes, De origine actibusce Getarum (Getica), Roma 1986, str 43 (XXIII poglavje); S Rutar, Kako važnost ima "Jordanis" za slovensko zgodovinopisje, Letopis Matice slovenske, Ljubljana 1880, S. 86.

 

[13] J. Bobbiensis, Vitae s. Columbani.

 

[14] Fredegar Scholasticus, Historia Francorum, I, 48.

 

[15] Adamus Bremensis, Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum (et Scholast), 11. century, II, 18.

 

[16] Helmoldi presbyteri Bozoviensis, Chronica Sclavorum et Venedorum, 1171, S. 2, 14.

 

[17] W. Kadłubek, Mistrza Wincentego Kronika Polska, Warszawa 1974.

 

[18] Heimskringla or The Chronicle of the Kings of Norway, The Ynglinga Saga, or The Story of the Yngling Family from Odin to Halfdan the Black, Snorri Sturluson c. 1179 - 1241, Online Medieval and Classical Library Release #15b, http://sunsite.berkeley.edu/OMACL/Heimskringla/.

 

[19] Miersuae Chronicon, Monumenta Poloniae Historica II, 1872.

 

[20] Albertus Crantzius, Vandalia, lat. Hamburg 1519.

 

[21] M Bielski, Kronika Polska.

 

[22] Thomas Kantzow, Chronik von Pommern in Niederdeutscher Mundart (orig. 1535), Dr. Martin Sändig oHG., 1973; ISBN 3-500-28260-1.

 

[23] Entzelt von Salfeld, Chronicon der Alten Mark, Magdeburg 1579.

 

[24] S. Münster, Cosmographiae Universalis, Basileae 1572.

 

[25] A. Vramec, Kronika, Ljubljana 1578.

 

[26] A. Bohorič, Zimske urice / Arcticae horulae, Vitenberg, 1584.

 

[27] M. Orbini, Il Regno degli Slavi /Kraljestvo Slovanov, naslov "Historiografska knjiga o izvoru imena Slave in o razširitvi slovanskega naroda in njegovih carjev ter vladarjev z mnogimi imeni in z mnogimi carstvi, kraljestvi in provincami", 1722.

 

[28] Angelus, Chronik der Mark Brandenburg, 1598.

 

[29] J. V. Valvasor, Slava Vojvodine Kranjske / Die Ehre des Herzogthums Crain, Nürnberg 1689.

 

[30] V. N. Tatiščev, Slovani in Rusija, str. 21 / Собрание сочинений. Т.1. История Российская. М. 1994, частъ 1. См. также фрагментъі в сборнике "Славяне и Русъ" S. 16-23.

 

[31] Х. А Шлецер, О происхождении словен вообще и в особенности словен российских, М. 1810.

 

[32] B. Тредиаковский, РИ, I-XVI - Римская история ... сочиненная г. Ролленем ... а с Французского переведенная тщанием и трудами В. Тредиаковского ... Т. I - XVI. СПб., 1761-1767.

 

[33] D. Trstenjak, Raziskavanja na polji staroslovanske zgodovine, Letopis matice slovenske, Ljubljana.

 

[34] H. F. Helmolt, Weltgeschichte, fünfter Band, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1900 (1899-1907), S. 269, 270 (english: London 1902, ruskij: Petrograd); www.hervardi.com/helmolt.php.