Slawen die einst als Sklavenen bekannt waren, besiedelten im Mittelalter geographisch mehr als die Hälfte Europas - ihre Wohnsitze entsprachen ungefähr dem Siedlungsraum der alten Veneter. Deswegen und weil es bei den Chronisten keine Stimmen über Invasionen der Slawen im frühen Mittelalter gab, entstanden viele Theorien über die Alteingesessenheit der Slawen. Eine von denen ist die Veneter-Theorie. Die wurde aber nicht immer anerkannt. Wie kam es dazu?

Author: Robert Petrič
 
Der gesamte Beitrag ist nur auf slowenisch erhaltbar (http://www.veneti.info/si/articles/critical/82-venetska-teorija-in-etnogeneza-slovenov).
 
* Fremdwörterbuch, Kennwort avtohton:
Der erste Bewohner, Urbewohner, Uransiedler, Alteinsässige, Einheimische.[1]
* Etymology online:
autochthon: "one sprung from the soil he inhabits" (pl. autochthones), from Gk. autokhthon, from auto- "self" + khthon "land" (see chthonic).[2]
 
Gegner des Autochthonismus – die transkarpatische Theorie
Zu den merkwürdigsten Thesen der indoeuropäischen Völkerwanderungen gehört die Vorstellung von einer transkarpatischen Urheimat der Slawen. Von hier seien sie im frühen Mittelalter massenhaft nach Westen und Südwesten ausgewandert. Die Neigung, massenhafte frühmittelalterliche Völkerwanderungen festzustellen, finden wir schon in Piccolominis Werk De Europa[3] aus dem 15. Jahrhundert. Diese These wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch den Berliner Prähistoriker Gustaf Kossinna zu einem Axiom, später als transkarpatische Theorie bekannt, erhoben, das im wesentlichen noch heute als offizielle Lehrmeinung gilt. Eben deshalb wird von vielen Lehrstühlen die Identifizierung der Slawen mit den Veneti – aus denen die Slawen hervorgegangen waren – geleugnet. Verbunden mit diesem Axiom war von Anfang an (bereits bei Beatus Rhenanus, 1531) die These von den »slawischen Untermenschen«.
In einem Lehrbuch aus dem Jahre 1906 heißt es:
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Abbildung 1. Abschnitt aus dem Buch Europa[4].
 
Auf die wesentliche Lücke in dieser Theorie wies der slowenische Sprachforscher Jernej Kopitar (1780-1844) bereits in seinem Werk Die Slaven im Thale Resia hin, als er in einer Fußnote solcherlei Thesen in Frage stellte: »/…/ Die slavisch redenden gehören zu dem windischen Stamme, der sich in Krain und Kärnten seit dem 6. Jahrhundert (1) ausgebreitet hat.
1 Wo ist der historische Beweis für dieses Datum?«[5]
 
Autochthonistische Theorien - etwas Neues?
Schon der Mönch Nestor aus Kiew (11.-12. Jh.) schrieb in seiner Geschichte der alten Zeiten (es gibt Zweifel an seiner Urheberschaft) von der Donau als der Ausgangsheimat der Slawen (oder Slowenen – denn in den älteren Versionen des Textes lesen wir nicht Slavjani, sondern Sloveni). Das bestätigt der folgende Auszug: »/…/ und die slawische Nation aus dem Stamm von Japhet — so betiteln wir die Noriker, die Slawen sind.«[6]
Dass die Slawen ihre Urheimat einst im ganzen Donaugebiet hatten, war damals eine weit verbreitete Annahme. Doch wie kamen die Autoren zu diesem Schluss? Werfen wir einen Blick zurück auf einige historische Erwähnungen der Slawen und auf die Entwicklung des autochthonistischen Gedankengutes.
Von großer Geltung ist sicherlich die Aussage des Geschichtsschreibers Jordanes in seiner Getica(551), wo es heißt: »iuxta quorum sinistrum latus, qui in aquilone vergit, ab ortu Vistulae fluminis per inmensa spatia Venetharum natio populosa consedit. Quorum nomina licet nunc per varias familias et loca mutentur, principaliter tamen Sclaveni et Antes nominantur.«[7] Auf Deutsch: »Links von diesen /Alpen und Dakien/, wo die Grenze nordwärts geht, von den Quellen der Vistula ab über ungeheure Strecken hin, sitzt das Volk der Veneter. Mögen auch ihre Benennungen wechseln /.../ die hauptsächlichen Namen sind doch die der Sklaven und Anten.«[8]
Den gleichen Gedanken finden wir bei J. Bobbiensis in den Vitae sanctorum Columbani (615): »Einmal kam es ihm auch in den Sinn, nach dem Lande der Wenden /das Alpengebiet/, die man auch Sklaven nennt, zu ziehen.« Im Original lesen wir:»termini Venetorum qui et Sclavi dicuntur.«[9]
Dem schloss sich auch das unter dem Namen Fredegar bekannte Chronikon (7. Jh.) an, wo es für das Jahr 631 heißt: »Im 40. Jahr verband sich ein gewisser Samo /.../ zu den Sklaven, die man Wineder nennt /Sclavi coinomento Winidi/«. In Fortsetzung dieses Abschnitts macht uns der Chronist mit den Ableitungen der »Wineder« bekannt – Wenedus und Venedorum[10]
Diese Quellen, zusammen mit der Geschichte der Langobarden des Paulus Diaconus (8. Jh.), in der für das 6. Jahrhundert von einer Sclavorum provinciam[11] die Rede ist, lösten später zahlreiche Diskussionen über die Uransässigkeit der Alpen- und West-Slawen aus. So kamen im späten Mittelalter viele Stimmen über die slawische Abstammung der Wenden, Winden und sogar Vandalen wieder auf.
Hinzu kamen die Werke des Domlehrers Adam von Bremen (?–1081) und des Pfarrers Helmold von Bosau (um 1125-1177). Adam schrieb in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum: »Sklavanien also, eine sehr ausgedehnte Landschaft Germaniens, wird von den Winulern bewohnt, welche einst Wandalen hießen. Es soll zehnmal so groß sein wie unser Sachsen, zumal wenn man Böhmen und die jenseits der Oder wohnenden Polanen, da sie weder im Äußeren, noch in der Sprache von jenen sich unterscheiden, mit zu Sklavanien rechnet«.[12] In Helmolds von Bosau Chronica Sclavorum et Venedorum heißt es: »Wo also Polen endet, kommt man zu einem sehr ausgedehnten sklavischen Lande, nämlich zu denen, die vor alters Vandalen, jetzt aber Wenden oder Winuler genannt werden.«[13]
Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gab es keinen Autor, der Zweifel an der Uransässigkeit der Slawen bzw. Wenden erhob.
Der Rostocker Historiker Albertus Krantzius (1448-1517) vermerkte in seinem Buch Wandalia: »Auch hieraus fühlen wir uns berechtigt, daß wir von Polen, Böhmen, Dalmatinern und Istrien als einem Volke lehren, welches unsere Vorfahren Sclavones, die Alten mit dem eigentlichen Namen Wandalen genannt haben". Und: "Warum wolte man sich aber des Wendischen ursprungs schemen /.../ da doch dieser völcker vorfahren so mechtige thaten in Franckreich /.../ Hispanien un Africa verrichtet«.[14] Antol Vramec (16. Jh.), berichtete in seiner Chronik für das Jahr 928: »Heneter die sich Slouenen nennen wurden damals in Deutschland ermordet.«[15] Adam Bohorič, Sprachforscher(1520-1598), stellte die Heneter, Vene(d)ter, Winden, Vandalen und Slawen als ein und dasselbe Volk hin.[16] Johann Weichard Freiherr von Valvasor, Historiker und Geograph (1641-1692),schrieb: »Wenden und Sclaven seynd ein Volk, Wandalen und Wenden einerley Nation[17] Anton Tomaž Linhart (1756 - 1795), Historiker und Autor des Buches Versuch einer Geschichte von Krain und den übrigen Ländern der südlichen Slaven Oestérreiches, betitelte seine geographischen Karten mit: »Slavi seu Vinidi«(»Slawen oder Vinidi«).[18] Baltazar Hacquet (1739-1815), ein bretonischer Ethnologe, identifizierte in seinem Werk Slavus-Venedus-Illyricus[19]die Veneder, Vinden und Sklavenen mit den Slawen, die zuerst auf der italischen Halbinsel siedelten: »/…/ Nation der Veneden, Winden, Sklavenen oder heutigen Slaven /…/ Dieses Volk, welches dermalen in Europa seinen Anfang an den Grenzen Italiens oder des venetianischen und tiroler Gebieths in Westen nimmt (vor Alters begreift man diese Länderstrecke unter den Namen Cárnia) /…/«. Karl Sicha (1815-1888) schrieb mit voller Überzeugung in seinem Buch Namen und Schwinden der Slaven: »Die Slaven waren im grauen Alterthume viel weiter über Europa verbreitet als zu unserer Zeit; sehr viele Stämme derselben sind seit Beginn des Mittelalters verschwunden. Weil die Slaven ehemals über den grösseren Theil Europas verbreitet waren, werden, um dies nachzuweisen, die geographischen Rahmen in Erinnerung gebracht.«[20] Schon damals erkannte er die Schwäche der transkarpatischen Theorie, wenn er im ersten Kapitel (Von den Slaven) feststellte: »Die althistorischen Namen der Slaven bezeugen ihre ungemeine Ausbreitung in Europa und ihr hohes Alterthum.Die Anschauung, Meinung und Behauptung von der Einwanderung der Slaven vom fünften bis siebenten Jahrhunderte ist absurd.«[21] Er nannte zahlreiche Völkerschaften von denen die Slawen abstammen sollten. In Marginale schrieb er: »Slavischer Nationalität sind alle folgenden: Heneti, Veneti, Antes, Slavi, Vinidi, Sclavini, Venedae, Eneti,, Armorici, Getae, Daci, Sarmatae, Scythae, Poloni, Illyrii, Moesii, Liburni, Norici, Rhaeti, Paeones, Pannonii, Taurisci, Vindelici, Vindi (am Licus), Boji, Helvetii, Triboci, Nemetes, Vangiones, Suevi, Vinuli, Vandali, Vinithi, Lankobardi, Baemi, Marcomani, Marovani, Quadi, Rugi, Russi, Ruthen /und/ viele Slaven in Gallien.«[22]
Die autochthonistische Idee war folglich in der Geschichtsschreibung nichts Neues – nichts Unmögliches.
 
Die Veneter-Theorie und die Zeitgeschichte
Die Veneter-Theorie bildete sich vor allem in der Zeit des Völkerfrühlings heraus. Ich möchte hier die Darstellungen des russischen Historikers Jurij I. Venelin (1802-1839) anführen, wie sie aus der Karte (Abbildung 2) ersichtlich sind (aus dem Buch Древние и ньінешние Словене). Venelin stellt uns die Slowenen unter anderem als die Bewohner der altrömischen Provinzen Pannonien, Norikum, Rätien und Vindelizien vor. Im Abschnitt Germanen sind nicht Deutsche betonte er sogar, dass man mit den Namen »Germania« immer nur ein geografisches Gebiet bezeichnete, in dem zahlreiche slawische Stämme wohnten.[23] Indem er die Überlegungen von M. V. Lomonossov, V. N. Tatiščev, A. L. Schlözer und J. Potocky fortsetzte, verwies er auch auf die Verwandtschaft von Venden und Vandalen und der Räter mit den Slowenen.[24]
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Abbildund 2. Karte von Slowenien /Словеніи/ (J. Venelin, Древние и ньінешние Словене, unterstrichen von R. P.)
 
Ein relevantes Werk, dass das Konzept von der Uransässigkeit stützt, ist auch Hans Ferdinand Helmolts Weltgeschichte von Anfang des 20. Jahrhunderts. Im fünften Band, Seite 277 (siehe Abbildung 3), ist zwar die Ankunft der Kroaten erwähnt, die nach Porphyrogennetos im Jahre 626 erfolgt sein soll, erinnert wird aber daran, »daß das ganze, jetzt von den Kroaten besetzte und nach ihnen benannte Land früher den Slowenen gehörte und Slowenia hieß. /…/ Heut erinnert nur noch der Name S l a w o n i e n /…/ und der des slowakischen Stamms in Ungarn an die alten Besitzer und das pannonisch=slowenische Reich.«[25]
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Abbildung 3. Ausschnitte aus der Helmolts Weltgeschichte, Band 5, S. 277.
 
Auf Seite 270 lesen wir: »Jene Stämme, die in den alten römischen Provinzen Pannonien, Noricum, Raetien, Vindelicien angesiedelt waren, wurden gemeiniglich Slaven oder Slowenen genannt.«[26]
 »Früher war man der Meinung, daß die Einwanderung der Slawen in die Balkanländer in der Zeit vom 5.–7. Jahrhundert erfolgt sei. Jetzt will man hier sichere Spuren von ihnen viel früher entdeckt haben. Dafür sprechen die ältern Ortsnamen. Auch läßt sich die neue Ansicht mit den ältesten historischen Zeugnissen in Einklang bringen und erklärt auf natürliche Weise die Erscheinung, wieso die Slawen in diesen Ländern plötzlich in solchen Massen erscheinen /…/«[27]
 
Interessanterweise kannte man, was die Veneter anbelangt, keine Aufteilung dieser Völkerschaften. Veneter wurden in einigen Fachbüchern aus jüngerer Zeit als Vorfahren der Slawen erkannt (z. B. Ottova encyklopedie[28] und Slavonic Encyclopaedia[29]).
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Abbildung 4. Ottova encyklopedie, Kennwort Vendi.
 
Ein renommierter Verfechter der Autochthonie der Slawen war der Slawist Pavel Josef Šafařík (1795-1861).[30] Auch der Sprachforscher Davorin Trstenjak (1817-1887) schrieb über die adriatischen Veneter, sie seien aus der windisch-slawischen Familie und mit den baltischen und armorischen (bretonischen) Venetern verwandt. Trstenjak zufolge sei aus alten Urkunden und Ortsnamen ersichtlich, dass in vorgeschichtlicher Zeit das Salzburger Land von Slawen besiedelt war.[31] Dergleichen ist auch aus Helmolts Weltgeschichte ersichtlich, wo Slawen unter den Namen Veneti, Windi, Wenden aufgeführt sind, deren Wohnsitze sich u. a. bis nach Vindelizien und Rätien erstrecken sollten. Der italienische Anthropologe Giuseppe Sergi (1841-1936) entwickelte sogar eine Theorie, nach der das Lateinische aus der Verschmelzung mit einer urslawischen mit nicht-indoeuropäischen Sprache. auf dem Gebiet Italiens entstand.[32] Das bestätigten Henrik Tuma (1858-1935), der die Existenz slowenischer Namen in den Alpen bis nach der Schweiz nachwies,[33] und der Venetologe Davorin Martin Žunkovič (1858–1940), der sich viel Mühe mit dem Studium alter Inschriften und der Geschichte machte.[34] In neuerer Zeit folgten Versuche von Jožko Šavli (1943)[35] und Ivan Tomažič (1919),[36] die in den 80er Jahren in Glas Korotana Studien über die Veneter als Vorfahren der Slowenen publizierten. Ihre Argumente beruhten teilweise auf Erkenntnissen von Experten wie Erich Röth, Tadeusz Lehr-Spławiński, Giacomo Devoto, Hans Krahe, u. a. Die These wurde multidisziplinär vorgestellt, indem sich der Literat und Slawist Matej Bor (1913-1993), mit den Interpretationen alter venetischer Inschriften mit Hilfe der slowenischen Dialekte, seinen beiden Koautoren anschloss (Unsere Vorfahren - die Veneter[37]). Nach dem Tode Bors (1993) führte Lucijan Vuga (1939-2006) die Forschungen weiter und bereicherte mit seinen Werken[38] die wissenschaftliche Diskussion. Er stellte die sogenannte Theorie der paläolithischen Kontinuität (TPK) vor, die der Linguist Mario Alinei in seiner Arbeit Origini delle lingue d'Europa[39] entwickelte. Auf seiner Webseite stellt er unter dem Titel The main lines of the PCT historical reconstruction (Die Hauptrichtungen der TPK-historischen Rekonstruktion) fest: »Die völlig absurde These von der sogenannten ’späten Ankunft’ der Slawen in Europa muss ersetzt werden durch das Szenarium einer slawischen Kontinuität vom Paläolithikum an. Und das demographische Wachstum sowie die geographische Expansion der Slawen lassen sich viel realistischer durch die ungewöhnliche Aufeinanderfolge, Kontinuität und Stabilität der neolithischen Kulturen Südosteuropas erklären (der einzigen, in denen es zur Herausbildung von Tells kam).«[40] Auch andere archäologische Forschungen blieben von der autochthonistischen Idee nicht unberührt. Florin Curta, Mediävist und Archäologe, übt in seinem Buch The Making of the Slavs fundierte Kritik an den geläufigen Vorstellungen von den Wanderungen der Slawen, die Meilenstein für weitere Slawenstudien sein könnten (siehe Anhang). Neuerlich scheinen auch genetische Studien auf Ähnliches hindeuten[41] [42]. Darüber hinaus beschäftigt sich in jüngster Zeit das Projekt Herkunft der Slowenen mit wissenschaftlichen Aufklärungen, was die Slawenankunft betrifft.[43]
 
Schluss
Die moderne Geschichtsschreibung ist weit davon entfernt, den Gedanken einer Autochthonie der Slawen bzw. Veneter argumentiert zurückweisen zu können. Noch weniger beweiskräftig sind ihre Argumente für mittelalterliche Massenmigrationen der Slawen. Von einer traditionellen Idee der slawischen Landnahme kann die Rede nicht sein. Viel mehr spricht für die seit mehr als einem Jahrtausend überlieferten Belege für die Uransässigkeit, die Autochthonie, der Slawen bzw. Veneter.
Letztendlich noch ein Gedanke: Wissenschaftliche Arbeit ist immer mit Komplikationen verbunden. Hinter wissenschaftlichen Publikationen steckt meist redliches Bemühen. Deswegen ist es nicht angebracht, den Wissenschaftler oder sein Werk unter Beschuss zu nehmen; Kritiken sollten sich stets nur auf die jeweiligen Ideen erstrecken. In diesem Sinn waren trotz mancher »Kurzschlüsse« die Veneter- Theorie als auch die spätere Theorie der paläolithischen Kontinuität erfolgreich und zeigten neue Richtungen auf.
Geben wir unser bestes, so dass die Geschichte ein besserer Platz für jeden wird!
 


[1] S. Bunc, Slovar tujk, ZO, Maribor, 1963.
[2] Etymology online, Autochtonous.
[3] E. S. Piccolomini,De Europa, Opera Omnia,1458, S. 387-471.
[4] A. Philippson, Europa, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1906, S. 82.
[5] J. Kopitar, Die Slaven im Thale Resia, Erneuerte vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat 9/31, 1816, Jahrg. IX, S. 176-180.
10. 4. 2006 http://147.162.119.1:8081/resianica/deu/miklkopi.do.
[6] Повесть временных лет, Im Werden Verlag, Mосква Augsburg 2003.
[7] Jordanes, O izvoru in dejanjih Gotov, Übersetzung Žiga Šmit, založba ZRC, Ljubljana 2006, S. 114.
[8] Jordanes, O izvoru in dejanjih Gotov, Übersetzung Žiga Šmit, založba ZRC, Ljubljana 2006, S. 31.
[9] J. Bobbiensis, Ionae Vitae Sanctorum Columbani, Vedastis, Iohannis; Bruno Krusch,
Hannoverae, Lipsiae, Impensis Bibliopolii Hahniani, 1905.
[10] Fredegar Scholasticus, Historia Francorum, I, 48.
13. 11. 2006 http://students.gf.nsu.ru/medieval/latin/chron-f.html.
[11] P. Diaconus /P. Diakon/, Historia Langobardum, lib. IV, cap. 7.
[12] Adamus Bremensis, Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum (et Scholast), 11. Jh., II, 18.
[13] Helmoldi presbyteri Bozoviensis, Chronica Sclavorum et Venedorum, 1171, S. 2, 14 in: http://www.weltnetzzeitschrift-der-lotse.de/slawen.htm.
[14] Albertus Crantzius, Vandalia, lat. Hamburg 1519.
[15] A Vramec, Kronika, Ljubljana 1578.
[16] A. Bohorič, Arcticae horulae succisivae = Zimske urice proste; prevedel in spremno študijo napisal Jože Toporišič; [uvodni del prevedel Anton Sovre, posodobil Kajetan Gantar, Založba Obzorja Maribor, 1987, predgovor.
[17] J. V. Valvasor, Die Ehre des Herzogthums Crain, Nürnberg 1689.
[18] A. T. Linhart, Versuch einer Geschichte von Krain und der übriger südlichen Slaven Oestérreiches, Wilhelm Heinrich Korn, Zweiter Band, Laibach 1791.
[19] B. Hacquet, Abbildung und Beschreibung der Südwest und östlichen Wenden, Illyrer und Slaven, Leipzig: Im Industrie-Comptoir 1801. NUK-U 466608; NUK 464777.
[20] K. Sicha, Namen und Schwinden der Slaven, Kleinmayr & Fed., Laibach 1886, S. 5.
[21] K. Sicha, Namen und Schwinden der Slaven, Kleinmayr & Fed., Laibach 1886, S. 9.
[22] K. Sicha, Namen und Schwinden der Slaven, Kleinmayr & Fed., Laibach 1886, Marginale – S. 9-17.
[23] J. Venelin, Starodavni in današnji Slovenci. In der Literatur erste Erwähnung (1841) von Slowenien (Slovenija), in: Pavel Tulajev, Vrnitev Jurija Venelina.
6. 7. 2006 http://www.revijasrp.si/knrevsrp/revsrp61/pavtu61/vrnit61.htm.
[24] J. Venelin, Древние и ньінешние Словене. In der Literatur erste Erwähnung (1841) von Slowenien (Slovenija), in: P. Tulajev, Vrnitev Jurija Venelina.
6. 7. 2006 http://www.revijasrp.si/knrevsrp/revsrp61/pavtu61/vrnit61.htm.
[25] Helmolts Weltgeschichte, Bibliographisches Institut, 5. Band, Leipzig und Wien 1900 (1899-1907), S. 277.
[26] Helmolts Weltgeschichte, Bibliographisches Institut, 5. Band, Leipzig und Wien 1900 (1899-1907), S. 270 (V. Der slowenische und der serbo-kroatische Stamm.).
[27] Helmolts Weltgeschichte, Bibliographisches Institut, 5. Band, Leipzig und Wien 1900 (1899-1907), S. 270 (V. Der slowenische und der serbo-kroatische Stamm.).
[28] Ottova encyklopedie obených vědomostí auf CD-ROM - díl XXIV.
[29] Slavonic Encyclopaedia, edited by Joseph S.Roucek , University of Bridgeport, New York, 1949, geslo Autochtonism of the Slavs.
[30] P. J. Šafařík. Slovanské starožitnosti, Praga 1837 + 1865.
[31] D. Trstenjak, Raziskavanja na polji staroslovanske zgodovine, Letopis matice slovenske, Ljubljana 1869; http://freewebs.com/raziskovalec/trstenjak.htm.
[32] G. Sergi, Le prime e le piu antiche civilta, Bocca, Torino 1926.
[33] Henrik Tuma, Imenoslovje Julijskih Alp (ponatis izdaje iz leta 1929), Ljubljana 2000, Založba Tuma, ISBN 961-6245-55-4, ISBN 961-6245-56-2.
[34] D. M. Žunkovič, L. Verbovšek, V senci zgodovine (In the shadow of history), Jutro, Ljubljana 1998.
[35] J. Šavli, Karantanski klobuk najpristnejši slovenski simbol, Glas Korotana, 1981, 7, 7-37.
[36] I. Tomažič, Sklad za pospeševanje raziskovanja in uveljavitve slovenske zgodovine, Glas Korotana, 1981, 7, 1-6.
[37] M. Bor, J. Šavli, I. Tomažič, Unsere Vorfahren - die Veneter, Editiones Veneti, Ljubljana, Wien, Maribor 1989, COBISS ID=8083456.
[38] L. Vuga, Davnina govori, Jutro, Ljubljana 2003; L. Vuga, Megalitski jeziki, Jutro, Ljubljana 2004; L. Vuga, Veneti v Troji, Jutro, Ljubljana 2006, ISBN 961-6433-64-4.
[39] M. Alinei, ''Origini delle lingue d'Europa'' Vol. I, II: La teoria della continuitá Bologna, il Mulino, 1996, 2000, ISBN 88-15-05513-4.
[40] M. Alinei, Interdisciplinary and linguistic evidence for Palaeolithic continuity of Indo-European, Uralic and Altaic populations in Eurasia, with an excursus on Slavic ethnogenesis, Proceedings of Kobarid conference 2003. 6. 11. 2006 http://www.continuitas.com/intro.html.
[41] J. Škulj, Genetske raziskave in njihov pomen za preučevanje Venetov, Proceedings of the Conference Ancient settlers of Central Europe, Jutro, Ljubljana 2003, 31-39, ISBN 961-6433-22-9. 5. 4. 2007 http://www.korenine.si/zborniki/zbornik02/skulj02.htm;
J. Škulj, Etruscans, Veneti and Slovenian - a genetic perspective, Proceedings of the Third International Topical Conference Ancient Settlers of Europe, Jutro, Ljubljana 2005, 20-30, ISBN 961-6433-51-2.
[42] M. Budja, Who are the Europeans?, Proceedings of the Fifth International Topical Conference Ancient Origin of Europeans, Jutro, Ljubljana 2007, 7-26, ISBN 961-6433-83-9.
[43] Proceedings of the Project Korenine slovenskega naroda, Jutro, Ljubljana 2001, 2002, 2003, 2005, 2006; http://www.korenine.si.
 
Zusammenfassung                                                                                                                        
In der modernen Ära "der Informations-Explosion" besteht auch im wissenschaftlichen Feld die Möglichkeit, dass man einer Überlastung durch fragliche Informationen ausgesetzt wird. Man wird häufig zum Opfer der Irreführung durch Argumente, die auf Demagogie, voreingenommenen Ansichten und/oder sogar auf Propaganda basieren. Auch im Gebiet der Vergangenheitsforschung geschieht ähnliches. In diesen Vortrag wird die Idee der frühmittelalterlichen slawischen Massen-Migration, die sich in der akademischen Geschichtswissenschaft durchsetzte, im Fokus unserer Betrachtung sein. Die Unwissenheit der Öffentlichkeit sowie die Ignoranz vielen Experten machen unseren Überblick der so genannten autochthonistischen Veneter-Theorie notwendig.
 
Das Hauptthema ist mit den Völkerschaften verbunden, die unter dem Namen Veneter bekannt sind. Die Tatsache, dass in vielen Studien für europäische Vor- und Frühgeschichte fast keine Erforschung des Volkes der "Veneti" oder "Veneter" stattfindet, gibt uns viele Fragen auf. Fragen, auf welche wir berechtigt logische Antworten erwarten.
 
Warum wurde diese Forschung vernachlässigt? Was für Völker waren die Veneter eigentlich? Welche Orte besiedelten sie? Ist es möglich, dass die Veneter wirklich Vorfahren der Sklawenen (Vorgänger einiger heutigen Slawen) waren, wie es einige Forscher behaupten, oder waren sie Vorgänger der Völker eines anderen Sprachraumes? Warum gibt es nur wenige Diskussionen über die Schrift der Veneter und viele durch die Veneter hinterlassene Inschriften?
 
Im Vortrag wird auch ein Versuch unternommen, Klarheit im Konflikt zwischen zwei scheinbar total entgegensetzten Paradigmen zu schaffen. Die Absicht ist, logische Antworten auf die erwähnten Fragen mit Hilfe zahlreicher Erwähnungen*) und moderner Forschungsergebnisse#) zu bekommen. Das Endergebnis weist eine größere Verbundenheit der frühgeschichtlichen Völker hin als bisher angenommen.
 
Schlüsselwörter: Autochthonische Theorien, Alochthonistische Theorien, Veneter-Theorie, Sklawenen, Slawen, Theorie der paläolitischen Kontinuität
 
*) Historische Erwähnungen und Studien: Homer (9. Jh. v. u. Z.), Polybius (2. Jh. v. u. Z.), Demetrius von Skepsis, Strabo (1. Jh. v. u. Z.), Julius Caesar (1. Jh. v. u. Z.,), Titus Livius (1. Jh. v. u. Z.), Plinius (1. Jh. v. u. Z.), Cornelius Tacitus (1. Jh.), Ptolemäus (2. Jh.), Kaiser Julianus (4. Jh.), Jordanes (6. Jh.), Ionae Bobbiensis (7. Jh.), Fredegarius Scholasticus (7.Jh.), Adam von Bremen (11. Jh.), Helmold (12. Jh.), Wincenty Kadłubek (12. Jh.), Miersuae Chronicon (13. Jh.), Albert Crantz (15. Jh.), Marcin Bielski (16. Jh.), Thomas Kantzow (16. Jh.), Christophorus Entzelt von Saluelt (16. Jh), Sebastian Münster (16. Jh.), Antol Vramec (16. Jh.), Adam Bohorič (16. Jh.), Mauro Orbini (16. Jh.), Chronik der Mark Brandenburg (16. Jh.), Johann Weichard Freiherr von Valvasor (1689), V. N. Tatiščev (17.-18. Jh.), A. L. Schlözer (18. Jh.), Vasilij Tretiakovski (18. Jh.), Baltazar Hacquet (18.-19 Jh.), Davorin Trstenjak (19. Jh.) Helmolts Weltgeschichte (Ende 19. Jh.).
 
#) Einige der gegenwärtigen Forscher:
Mario Alinei, Origini delle lingue d’Europa, Vol. I, II: La teoria della continuitá Bologna, il Mulino, 1996, 2000, ISBN 88-15-05513-4.
 
Die PCT Gruppe (Theorie der paläolithischen Kontinuität: www.continuitas.com); M. Alinei, Language, History and Cultural Anthropology, Quaderni di semantica, An International Journal of Theoretical and Applied Semantics, General Editor: Mario Alinei. X. Ballester, Del Origen del Habla al Origen de las Lenguas, Las Primeras Palabras de la Humanidad, Ediciones Tilde, Valencia 2002, ISBN 9-788495-314208. F. Cavazza, ''Lezioni di Indoeuropeistica'' con particolare riguardo alle lingue classiche (sanscrito, greco, latino, gotico), I, II, Edizioni ETS, Pisa 2001, 2003/2004; ISBN 88-467-0254-9, ISBN: 88-467-0746-X. I. Tomažič, "V nova slovenska obzorja z Veneti v Evropi 2000", Editiones Veneti, Ljubljana 2000, ISBN 961-90840-6-3. .
 
Florin Curta, The Making of the Slavs, History and Archaeology of the Lower Danube Region c. 500 - 700, Cambridge: Cambridge University Press, 2001.
 
Colin Renfrew, Archaeology and Language, I Cape Ltd., London 1987.
 
Lucijan Vuga, , Sodobna teorija kontinuitete; Zbornik prve mednarodne konference Veneti v etnogenezi srednjeevropskega prebivalstva / Proceedings of the First International Topical Conference The Veneti within the Ethnogenesis of the Central-European Population, Jutro, Ljubljana 2002, 24-34 (ISBN 961-6433-06-7);Davnina govori, Jutro, Ljubljana 2003; L. Vuga, Megalitski jeziki, Jutro, Ljubljana 2004; L. Vuga, Veneti v Troji, revija SRP, Ljubljana 2006, ISBN 961-6109-38-3.
 
M. Bor, J. Šavli, I. Tomažič, Unsere Vorfahren - die Veneter, Wien, 1988, Editiones Veneti.