Erwähnungen der Veneter, Veneder, Wenden, usw.

HISTORISCHE ERWÄHNUNGEN DER VENETER

Homer (9. Jh. v. u. Z.) nannte die Paphlagonische Veneter in der Iliade[1] Enetoi (das Griechisch kannte keinen Buchstaben v).Herodotus, Historiker (5. Jh. v. u. Z.), beschrieb die illyrischen Veneter, sowie die Veneter am Unterlauf der Donau und im nordadriatischen Gebiet.[2]
Polibius (2. Jh. v. u. Z.) hat in der Beschreibung der Ereignisse zwischen 219 und 146 v. u. Z., überliefert: "Das Land bis zur Adriaküste wird von einem anderen, sehr altem, Volk, mit dem Namen Veneti beherrscht /.../ Sie sprechen eine andere Sprache als die Kelten, sind jedoch von denen nicht zu unterscheiden, was ihre Sitten und Kleidung betrifft /.../ Die Veneter und Gonomaner wurden aber von römischen Abgeordneten überredet, sich Rom anzuschließen."[3]
Demetrius of Scepsis, grammarian, archeologist (2nd century B. C.), mentions the capital of the Veneti (Enea) in Troas (Asia Minor).[4]

 

Strabo, Geograph, Historiker (1. Jh. v. u. Z.), kannte die (V)eneter in Paphlagonien als den wichtigsten Stamm, der sich nach dem Fall von Troia (Kleinasien) nach Thrakien auf den Weg machte.[5]
Julius Caesar, Feldherr und Historiker (1. Jh. v. u. Z.,), berichtete über die bretonischen Veneter (Armorik).[6]
Titus Livy, Historiker (1. Jh. v. u. Z.), beschrieb, wie die von den troianischen Kämpfen ermüdeten Veneter bis zum nordadrianischen Gebiet kamen, wobei er auch den Fluß Timava erwähnte (slowenisch bedeutet Ti(e)ma Dunkelheit, und der Fluß Timava fließt auch wirklich in der Finsternis der Škocjan Höhlen).[7]
Pliny (1. Jh. v. u. Z.) schrieb über das ausgedehnte Land Eningien, welches von Sarmaten, Veneden, Skiren ... bewohnt war. Er erwähnte dazu auch noch die Venetulaner in Mittelitalien.[8]
Cornelius Tacitus, Historiker (1. Jh.), ordnete die Veneter an die östlichen Grenzen Suebiens, zusammen mit Sarmaten, Peucinen und Fennen, ein.[9]
Ptolomäus, Geograph (2. Jh.), erwähnte sehr große Völker - die Veneder auf der gesamten Küstenlinie der Venetischen Bucht (Baltisches Meer).[10]
Caesar Julianus (4. Jh.) bezeugte Veneter, die damals in der Umgebung von Aquilea wohnten (Italien).[11]
Jordanes, Historiker (6. Jh.), schrieb in "De origine actibusce Getarum": "Links von diesen (Gepiden), wo die Grenze nordwärts geht, von den Quellen der Vistula ab über ungeheure Strecken hin, sitzt das Volk der Veneter. Mögen auch ihre Benennungen wechseln / .../ die hauptsächlichen Namen sind doch die der Sklaven und Anten."[12]
Ionae Bobbiensis (7. Jh.) schrieb in seiner Vitae sanctorum Columbani:[13] "Einmal kam es ihm auch in den Sinn, nach dem Lande der Wenden (das Alpengebiet), die man auch Sklaven nennt, zu ziehen". ("termini Venetorum qui et Sclavi dicuntur".)
Fredegarius Scholasticus, Chronist (7.Jh.), schrieb in der Historia francorum: „Im 40. Jahr verband sich ein gewisser Samo ... zu den Sklaven, die man Wineder nennt".[14]
Adam von Bremen, Chronist (11. Jh.), schrieb in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum (et Scholast): "Sklavanien also, eine sehr ausgedehnte Landschaft Germaniens, wird von den Winulern bewohnt, welche einst Wandalen hießen. Es soll zehnmal so groß sein wie unser Sachsen, zumal wenn man Böhmen und die jenseits der Oder wohnenden Polanen, da sie weder im Äußeren, noch in der Sprache von jenen sich unterscheiden, mit zu Sklavanien rechnet".[15]
Im Jahre 1128 wurde der dänische König Knut Laward zum König der Wenden gekrönt. Dieser Titel in lateinischer Sprache wird heute noch als "König der Vandalen" geführt. Im Dom von Roskilde finden sich Grabplatten, die den Titel sämtlicher dänischer Könige bis einschließlich Frederik (1972) "König von Dänemark, Wenden und Gothen" tragen.
Helmoldi, Historiker (12. Jh.), schrieb: "Wo also Polen endet, kommt man zu einem sehr ausgedehnten sklavischen Lande, nämlich zu denen, die vor alters Vandalen, jetzt aber Wenden oder Winuler genannt werden."[16]
Wincenty Kadłubek / Vincent Kadlubek, Historiker (12. Jh.), sagte, daß die Polen manchmal Vandalen genannt wurden.[17]
Heimskringla, die Kronik der norwegischer Könige (12. Jh.) steht geschrieben, daß Schwarzes Meer "drei Teilen Erdoberfläche trennt, von denen sich der östliche Teil Asien nennt, der westliche Teil aber manche Europa und die anderen Enea nennen."[18]
Miersuae Chronicon (13. Jh.) setzte die Vandalen mit den Slawen gleich.[19]
Albert Crantz, Historiker (15. Jh.), schrieb: "Auch hieraus fühlen wir uns berechtigt, daß wir von Polen, Böhmen, Dalmatinern und Istrien als einem Volke lehren, welches unsere Vorfahren Sclavones, die Alten mit dem eigentlichen Namen Wandalen genannt haben". Und: "Warum wolte man sich aber des Wendischen ursprungs schemen /.../ da doch dieser völcker vorfahren so mechtige thaten in Franckreich /.../ Hispanien un Africa verrichtet".[20]
Marcin Bielski (16. Jh.) sagte, daß die Slawen einst Wandalen benannt wurden.[21]
Der Pommerscher Chronist Thomas Kantzow (1505-1542) schreibt: "Dan Slaui und Wandali ist ein Dinck / .../ gleich wie die Teutzschen werden oft on Unterschied geheissen Germani, Teuthones, Alemanni."[22]
Christophorum Entzelt von Saluelt (16. Jh.) beschrieb, wie lange die Wenden schon „in ostelbischen Landen ansässig" sind. Die Veneter wurden darin als „Sclauen" bezeichnet.[23]
Sebastian Münster, Kartograph (16. Jh.), schrieb in seiner "Cosmographia universalis" folgendes: "Vandalen, wo man jetzt Wenden nennt, haben vorzeitig gewohnt bei dem Mittnächtigen Meer (Ostsee) und sind ganz mächtig gewesen, aber nachmals sind sie von den Sachsen gedempt worden und zu einem guten Teil hinder sich vom Meer getrieben, wie sie dann noch ein Ländlein innehaben - und die Wenden genannt werden". Im Originaltext lesen wir auch: "Mecklenburg-Pommern-Preussen: jtem Brandenburg und was dem Polenland zugelegen, alles Wandali geheißen und ihre Einwohner haben auch Sclaven oder Wenden geheißen."[24]
Antol Vramec, Chronist (16. Jh.), berichtete in seiner Chronik für das Jahr 928: "Heneter die sich Slouenen nennen wurden damals in Deutschland ermordet."[25]
Adam Bohorič, Sprachforscher (16. Jh.), stellte die Heneter, Vene(d)ter, Winden, Vandalen in Slawen als ein Volk vor.[26]
Mavro Orbin (16. Jh.) ordnete die Veneter, Wenden, Vandale, Illyrer, Sarmaten u.a. als Slawen ein.[27]
Die „Chronik der Mark Brandenburg" (16. Jh.) verwies ausdrücklich auf die großen Vorfahren der Wenden, die "Rom et Carthaginem" erobert hätten und auf ihren König Genserich, den König der Vandalen.[28]
Johann Weichard Freiherr von Valvasor, Historiker und Geograph (1689), schreibte: "Wenden und Sclaven seynd ein Volk, Wandalen und Wenden einerley Nation".[29]
V. N. Tatiščev (17.-18. Jh.) ordnete die Heneter den Slawen zu, als Vandalischer beziehungsweise Wendischer Staat, erwähnte er somit den ersten bekannten slawischen Staat.[30]
A. L. Schlözer, Historiker (18. Jh.), begründete die These, daß die Slawen aus Illyrer und Veneter stammen.[31]
Vasilij Trediakovski (18. Jh.) war der Meinung, daß die Dalmatiner, Serben, Bolgaren, usw. eigentlich Vandalen waren.[32]
Davorin Trstenjak (19. Jh.) schrieb über altertümlichen adriatischen Veneter, die aus der windisch-slawischen Familie stammten. Er hob auch ihre Verwandschaft mit den baltischen Veneden hervor.[33]
In Helmolts Weltgeschichte (ende 19. Jh.) wird angedeutet, daß die Veneter, Wenden und Winden eigentlich die Vohrfahren der Slowenen waren, und daß sie die alten Römischen Provinzen Vindelitia, Raetia, Noricum, und Pannonia, Dalmatia besiedelten.[34]

 

 

 

 

[1] Iliade, 851.

 

[2] Herodotus, History vol. 7 / G B Pellegrini, A L Prosdocimi, La lingua venetica, Padova 1967, V, 9.

 

[3] Polibius, Obča zgodovina, Državna založba Slovenije, Ljubljana 1964, str. 88; S. 92.

 

[4] On the Martialling of the Trojan Forces.

 

[5] Strabo, Geografia.

 

[6] De Bello Gallico.

 

[7] Titus Livius, History of Rome, Loeb Classic Library, William Heinemann, London, Harvard University Press, Cambridge, Mass., 1933 / Titi Livi, Ab Vrbe condita, liber I, http://www.thelatinlibrary.com/liv.html.

 

[8] Historia naturalis, Liber IV: 96-97.

 

[9] Cornelius Tacitus, De origine et situ Germaorum liber (Germania), 64.

 

[10] Ptolomäus, De Geographia, III 5. 21.

 

[11] The Works of Emperor Julian, Engl. transl. Wilmer Cave Wright, I. vol., Loeb Classical Library, William Heinemann , Cambridge, Mass., Harvard University Press, 1954, The Heroic Deeds of Constantius, S. 190- 193.

 

[12] Iordanes, De origine actibusce Getarum (Getica), Roma 1986, str 43 (XXIII poglavje); S Rutar, Kako važnost ima "Jordanis" za slovensko zgodovinopisje, Letopis Matice slovenske, Ljubljana 1880, S. 86.

 

[13] J. Bobbiensis, Vitae s. Columbani.

 

[14] Fredegar Scholasticus, Historia Francorum, I, 48.

 

[15] Adamus Bremensis, Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum (et Scholast), 11. century, II, 18.

 

[16] Helmoldi presbyteri Bozoviensis, Chronica Sclavorum et Venedorum, 1171, S. 2, 14.

 

[17] W. Kadłubek, Mistrza Wincentego Kronika Polska, Warszawa 1974.

 

[18] Heimskringla or The Chronicle of the Kings of Norway, The Ynglinga Saga, or The Story of the Yngling Family from Odin to Halfdan the Black, Snorri Sturluson c. 1179 - 1241, Online Medieval and Classical Library Release #15b, http://sunsite.berkeley.edu/OMACL/Heimskringla/.

 

[19] Miersuae Chronicon, Monumenta Poloniae Historica II, 1872.

 

[20] Albertus Crantzius, Vandalia, lat. Hamburg 1519.

 

[21] M Bielski, Kronika Polska.

 

[22] Thomas Kantzow, Chronik von Pommern in Niederdeutscher Mundart (orig. 1535), Dr. Martin Sändig oHG., 1973; ISBN 3-500-28260-1.

 

[23] Entzelt von Salfeld, Chronicon der Alten Mark, Magdeburg 1579.

 

[24] S. Münster, Cosmographiae Universalis, Basileae 1572.

 

[25] A. Vramec, Kronika, Ljubljana 1578.

 

[26] A. Bohorič, Zimske urice / Arcticae horulae, Vitenberg, 1584.

 

[27] M. Orbini, Il Regno degli Slavi /Kraljestvo Slovanov, naslov "Historiografska knjiga o izvoru imena Slave in o razširitvi slovanskega naroda in njegovih carjev ter vladarjev z mnogimi imeni in z mnogimi carstvi, kraljestvi in provincami", 1722.

 

[28] Angelus, Chronik der Mark Brandenburg, 1598.

 

[29] J. V. Valvasor, Slava Vojvodine Kranjske / Die Ehre des Herzogthums Crain, Nürnberg 1689.

 

[30] V. N. Tatiščev, Slovani in Rusija, str. 21 / Собрание сочинений. Т.1. История Российская. М. 1994, частъ 1. См. также фрагментъі в сборнике "Славяне и Русъ" S. 16-23.

 

[31] Х. А Шлецер, О происхождении словен вообще и в особенности словен российских, М. 1810.

 

[32] B. Тредиаковский, РИ, I-XVI - Римская история ... сочиненная г. Ролленем ... а с Французского переведенная тщанием и трудами В. Тредиаковского ... Т. I - XVI. СПб., 1761-1767.

 

[33] D. Trstenjak, Raziskavanja na polji staroslovanske zgodovine, Letopis matice slovenske, Ljubljana.

 

[34] H. F. Helmolt, Weltgeschichte, fünfter Band, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1900 (1899-1907), S. 269, 270 (english: London 1902, ruskij: Petrograd); www.hervardi.com/helmolt.php.